Kommentar: Screening und Therapie der Asymptomatischen Bakteriurie in der Schwangerschaft: Ein Risikofaktoren-basierter Ansatz

20.11.2025

Eine asymptomatische Bakteriurie stellt grundsätzlich keinen Grund zur Antibiotika-Therapie dar. Eine gut untersuchte und mit Evidenz untermauerte Ausnahme stellt die Situation vor einem schleimhautpenetrierenden urologischen Eingriff dar.

Doch auch für die Schwangerschaft wird in einigen Leitlinien (z.B. der Europäischen Gesellschaft für Urologie, EAU) eine (schwache) Empfehlung zum generellen Screening und zur Behandlung der asymptomatischen Bakteriurie ausgesprochen, wohlwissend, dass die Evidenz für diese Situation nicht eindeutig ist.

Der Kommentar von Zhanel und Kollegen fasst die Kontroverse zum Thema zusammen, und schlägt aufgrund der bisherigen Evidenzgrundlage ein Risikofaktoren-basiertes Vorgehen vor. Die aktuelle deutsche S3-Leitlinie zu unkomplizierten Harnwegsinfektionen (AWMF-Nr. 043-044) folgt dem gleichen Ansatz, wobei bisher keine deutliche Empfehlung für dieses Vorgehen ausgesprochen wird.

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Zhanel G, de Rossi P, Oliva C, Johansen TEB. Treatment of asymptomatic bacteriuria during pregnancy: a risk factor-based approach. J Glob Antimicrob Resist. Nov 20 2025;doi:10.1016/j.jgar.2025.11.010